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Es beginnt mit einer langen Autonacht. Und dann geht es zwei Tage und Abende weiter. Wir fragen, wohin die angestrebte Verdopplung der PKW-Zahl weltweit füh­ren wird, warum die Verlagerung von Produktion und Absatz in die USA und Asien keine Krise verhindert und weshalb Elektroautos kein Allheilmittel sind. Weiterlesen …

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf eine Studie des Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach berichtet, erwarten die Wissenschaftler einen Jahresgewinn der Automobilbranche von “deutlich mehr als 50 Milliarden Euro.” Damit könne möglicherweise der absolute Rekordgewinn aus dem Jahr 2007 noch übertroffen werden. Nicht nur die Umsätze, sondern auch die Umsatzrenditen befänden sich auf Rekordniveau. Dies sei den Restrukturierungsprogrammen, sprich Personalabbau und Lohnsenkungen, bei den Herstellern zu verdanken. Die Krise für die Aktionäre ist vorerst vorbei, für ArbeitnehmerInnen, für die Umwelt, für das Klima verschärft sie sich zusehends…

IGM-Tagung

IGM und HBS veranstalten am 23. und 24. September 2010 eine Engineering-Tagung Umweltfreundliche Technik. Gute Arbeit. Mehr Nachhaltigkeit durch Mitbestimmung im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen. In der Einladung wird der Ansatz der Tagung skizziert: Weiterlesen …

Adieu Auto?

Das Modell Auto: Fast ein Jahrhundert lang war es prägend, weltweit. Seine Epoche läuft jetzt unwiederbringlich aus. Trotz aktueller Aufschwungsnachrichten ist die Überproduktionskrise der Automobilindustrie in Nordamerika und Europa keineswegs vorbei. Langfristig prägend aber ist die strukturelle Krise – weshalb die Autoindustrie kaum in Gelegenheit auslässt, von der dringend nötigen „Neuerfindung“ des Autos zu reden. Tatsächlich stößt die Verkehrsordnung, in deren Zentrum «das Auto» steht, zunehmend auf absolute Grenzen. Weiterlesen …

Radio Flora, Hannovers selbstverwaltetes Web-Radio, hat vier Beiträge der Hannoveraner Konferenz “Auto und Mobilität in der Krise” dokumentiert.

“Vom 27. bis 28. 8.2010 fand in Hannover eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung statt mit dem Titel ,,Auto und Mobilität in der Krise – Konferenz zur Transformation gesellschaftlicher Verkehrsverhältnisse”. Kritische Betriebsräte aus der Automobilindustrie trafen sich mit Aktivisten aus der Antiglobalisierungs- und Ökologiebewegung, um über die Krise der Autoindustrie und die unvermeidlichen Maßnahmen zur Umstrukturierung dieser extrem umweltschädlichen und klimagefährdenden Industrie zu diskutieren.” (Radio Flora)

I. Betriebliche Kämpfe beim Autohersteller Karmann – Vortrag von Achim Bigus – Mitglied des Betriebsrates

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II. Betriebliche Kämpfe beim Autohersteller Daimler in Bremen – Vortrag von Gerd Kupfer – Mitglied des Betriebsrates

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III. Autoindustrie und Arbeitszeitverkürzung – Vortrag von Stephan Krull – ehemaliges Mitglied des Betriebsrates bei VW Wolfsburg – heute ATTAC

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IV. Anmerkungen von Winfried Wolf – Verkehrsexperte der Bewegung ,,Bahn für Alle”

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Interessant, wie in den letzten Tagen im Autofeuilleton die sinkende Bedeutung der Automobilität für Jugendliche thematisiert wurde. “Für das Auto bleibt kaum Geld” notiert Claus Tully vom Deutschen Jugendinstitut in der FAZ v. 31.8.2010. Weiterlesen …

Auch das Neue Deutschland berichtet über die Hannoveraner Konferenz “Auto und Mobilität in der Krise” am letzten Wochenende:

“Schon die Zusammensetzung der Konferenz war für die Veranstalter ein großer Erfolg. »Wo sonst gelingt es, Betriebsräte und Umweltschützer an einen Tisch zu bringen?«, so Mitinitiator Stephan Krull vom Vorstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.
Einig waren sich die rund 100 Betriebsräte und Gewerkschafter, Wissenschaftler, Umweltaktivisten und Globalisierungskritiker, dass die Krise längst nicht überwunden ist. Speziell die Autoindustrie sei angesichts globaler Überkapazitäten mit einem Umbruch konfrontiert, der neue Antworten auf die Frage nach Mobilität aufwerfe.” Weiterlesen.

Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace, argumentiert in der ZEIT sehr anschaulich und verständlich, warum der E-Auto-Hype von notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zur CO2-Absenkung im Verkehr ablenkt. Wichtig zu erwähnen, dass E-Autos zwar in bestimmten Nutzungskonstellationen eine sinnvolle Funktion einnehmen können. Aber sie lösen weder die Absatz- noch die Klimakrise. Wichtiger sei die schnelle Umstellung auf wirklich sparsame Fahrzeuge und vor allem der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr.

Die automobile Gesellschaft ist in vielerlei Hinsicht in der Krise. Debatte über Ursachen und Gegenstrategien

Daniel Behruzi in der Jungen Welt über die Konferenz “Auto und Mobilität in der Krise” am vergangenen Wochenende in Hannover.

“Vordergründig haben wir gerade das Gegenteil von Krise«, begann IG-Metall-Sekretär Frederic Speidel seinen Beitrag auf der Konferenz »Auto und Mobilität in der Krise«, die auf Einladung der niedersächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung am Freitag und Samstag in Hannover stattfand. »Die Exporte explodieren, die Auslastung der Fabriken ist hoch, bei VW und anderswo wird eine Sonderschicht nach der anderen gefahren«, berichtete der Gewerkschafter. Ist die Krise also vorbei, der vor einigen Monaten gewählte Konferenztitel längst von der Realität überholt?” Weiterlesen.

Was bringt’s? und wem? Was kostet es das Land? Stuttgart 21 und die Folgen!
Stuttgart 21 und Alternativen für eine nachhaltige Verkehrspolitik in Baden-Württemberg, eine Veranstaltungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg in Ulm, Karlsruhe, Bad Friedrichshall und Reutlingen. Zum Programmflyer.

Motorengeflüster

Der Nürnberger Künstler Florian Tuercke hat sich vorgenommen das musikalisch-kompositorische Potential des Straßenverkehrs der deutschen Landeshauptstädte zu erkunden. Ja, richtig, im Rahmen des Kunstprojektes URBAN AUDIO wird aus Straßenlärm Musik.

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In jeder Stadt wird eine einstündige musikalische Transformation der Verkehrssituation an einem innerstädtischen Verkehrsknotenpunkt aufgezeichnet. Ein Mercedes-Benz Transporter mit 8, jeweils auf einen Ton der D-Dur Tonleiter gestimmten Instrumenten, sowie einem mobilen Tonstudio dient als operative Basis. Die Instrumente werden im Bereich einer Kreuzung oder eines Kreisverkehrs in unmittelbarer Nähe zur Fahrbahn aufgestellt. Fährt ein Fahrzeug an einem der Instrumente vorbei, werden die Saiten des Instruments in Schwingung versetzt und es entsteht ein Klang. Dieser wird mit elektromagnetischen Tonabnehmern regestriert und per Funk zum mobilen Tonstudio übertragen. Durch das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente, bzw. durch die (selbst-) organisierende Struktur der jeweiligen Verkehrssituation ergibt sich eine situative Komposition. Die Verkehrsteilnehmer werden zu den Musikern einer Stadt-spezifischen Symphonie, welche sich Passanten und Interessierte am mobilen Tonstudio auf Kopfhörern live anhören können. (stadt-akustik.de)

Zehn Städte in ganz Deutschland hat Florian Tuercke bereits besucht, sechs weitere sollen noch folgen. Auch einen ersten Vergleich wagt er bereits zu ziehen:

“jede Stadt hat einen unterschiedlichen Charakter”, sagt Tuercke. In Stuttgart gebe es, anders als zum Beispiel in Magdeburg, wegen der Umweltzone keine “alten, lauten Dreckschleudern” mehr auf den Straßen. Stuttgart sei eine wohlhabendere Stadt, die Autos seien größer und leiser. In Wiesbaden werde viel mehr gehupt als in Stuttgart, hat Tuercke festgestellt. (Stuttgarter Zeitung)

Die Ergebnisse vom Stuttgarter Gebhard-Müller-Platz findt man hier.

Elektromobilität

Foto: flickr/martin_schmidler

Die Elektrifizierung des Individualverkehrs nimmt zu, jedoch, was das E-Auto betrifft kaum, sondern vor allem der Umsatz von Elektrofahrrädern legt zu:

“Weshalb der Fortschritt auf zwei Rädern der vierrädrigen Konkurrenz davoneilt, ist für Michael Schminke kein Geheimnis. “Die vergleichsweise preiswerten Komponenten für die Pedelecs lassen sich schneller entwickeln als neue Antriebe in der Autoindustrie”, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Fahrradherstellers Pantherwerke im westfälischen Löhne.

Auch Erlkönige wie in der Kraftfahrzeugbranche gebe es nicht, zuckt der energische Firmenchef die Schultern und zeigt wie zum Beweis auf ein braun lackiertes Sportmodell, dessen Schnickschnack er übernächste Woche auf der Friedrichshafener Eurobike präsentieren will. “Die meisten Neuheiten”, stöhnt er, “haben die Konkurrenten schon ein paar Wochen später.”" (Handelsblatt)

“Die vom Betriebsrat gewünschte Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft wird nicht ohne zusätzliche Hilfe des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) zu stemmen sein.” Denn der FAZ vom 19.08.2010 zufolge fehlen dafür mehrere hundert Millionen Euro.
“Die neue Rechtsform soll die Mitspracherechte der Opel-Beschäftigten erweitern und die Eigenständigkeit des Managements gegenüber GM erhöhen. Es wird ein gemeinsam aus Arbeitnehmern und Kapitalvertretern zusammengesetzter Produktplanungsausschuss von Opel gebildet. Mit der Umwandlung erfüllt Opel-Chef Nick Reilly eine der Kernforderungen der Belegschaft. Die Arbeitnehmer hatten auf jährlich 265 Millionen Euro Lohn verzichtet, im Gegenzug dafür jedoch die Rückkehr zur AG gefordert.”
Interessant wäre zu erfahren, wie dieser Produktionsplanungsausschuss besetzt ist – paritätisch gar? Ob die Beschäftigten befragt und beteiligt werden? Ob Initiativen einer Konversion angestoßen werden sollen? Ob diese mit einer Mobilisierung der Beschäftigten verbunden wird, hin zur Durchsetzung von mehr Demokratie im Betrieb? Ob andere sog. Stakeholder beteiligt werden, Umweltverbände, die Menschen der Region? Viele interessante Fragen. Wir erhoffen uns spannende Antworten vom Betriebsratsvorsitzenden von Opel Bochum, Rainer Einenkel, bei unserer Tagung auto.mobil.krise am 30.10.10 in Stuttgart: http://www.auto-mobil-krise.de/files/2010/05/A.M.K-die-linke-Autotagung.pdf

von Kristina Spiller, Claudia Wanner, Matthias Lambrecht (Auszüge aus: Capital): Die Autobauer der Volksrepublik stürmen nach Europa. Mit einem boomenden Heimatmarkt und Milliardensubventionen der Regierung im Rücken greifen sie Volkswagen, Ford und Opel an. Die erste Attacke vor drei Jahren scheiterte kläglich. Diese wird gelingen. … Weiterlesen …

Wie eine eigensinnige Interpretation der alten ArbeiterInnenweisheit: “Sei schlau, klau beim Bau” auch aussehen kann, zeigt Johnny Cash sehr anschaulich in seinem Song “One piece at a time”.

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Well, I left Kentucky back in ‘49
An’ went to Detroit workin’ on a ’sembly line
The first year they had me puttin’ wheels on cadillacs

Every day I’d watch them beauties roll by
And sometimes I’d hang my head and cry
‘Cause I always wanted me one that was long and black.

One day I devised myself a plan
That should be the envy of most any man
I’d sneak it out of there in a lunchbox in my hand
Now gettin’ caught meant gettin’ fired
But I figured I’d have it all by the time I retired
I’d have me a car worth at least a hundred grand.

(weiter zum Rest der Lyrics)

In der aktuellen Ausgabe der Monatszeitung analyse&kritik finden sich gleich zwei Beiträge zum Protest gegen Stuttgart 21. Zum einen ein Artikel von Ingo Arzt und ein Interview mit Hannes Rockenbauch vom Personenbündnis Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS) im Stuttgarter Gemeinderat. Im folgenden ein kurzer Ausschnitt aus dem Interview:

Die politische Klasse und die DB behaupten, dass das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gestoppt werden könne.

Es stimmt, dass das Projekt beschlossen ist. Es ist aber ebenso richtig, dass es ohne Beteiligung der Betroffenen beschlossen wurde. Es ist schlicht undemokratisch, ein derartiges Projekt gegen die Bevölkerung durchzudrücken. Inzwischen muss die Baustelle mit verschweißten Bauzäunen und Polizei beschützt werden. Deshalb müssen, bis alle Pläne und Kosten auf dem Tisch liegen, ein sofortiger Baustopp und ein Moratorium her. Die Strategie des zivilen Ungehorsams setzt auf den Castor-Effekt: Jeder Tag Bauverzögerung bedeutet eine Verteuerung des Projekts und dass weitere Ungereimtheiten und verdeckte Kosten öffentlich werden. Damit wird es auch von Tag zu Tag schwieriger, das Projekt um- und durchzusetzen. [...] Die Deutsche Bahn und die Politik haben ein Problem. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass nach einer größeren Demonstration wieder Ruhe ist. Seit fast 40 Wochen finden jeden Montag Demonstrationen statt, seit kurzem schlagen Hunderte jeden Abend Krach in der Innenstadt. Die Leute kommen immer wieder, und das ist eine Perspektive, die für die Politik extrem unangenehm ist. Der Bauzahn hat noch mehr Leute auf die Straße getrieben. Begleitet wird dies durch Akte des zivilen Ungehorsams, Flashmobs usw. Unangemeldete Demos und Blockade-Aktionen sind in Stuttgart bürgerliche Widerstandformen geworden. Und das wird auch so sein, falls die Bagger wirklich kommen sollten. Hinzu kommt die parlamentarische Ebene: Es muss ein Moratorium geben. Die Politik kann zurzeit nur auf Befriedung aus sein, da eigentlich Sommerurlaub ist und in der Stadt der Aufstand geprobt wird. Wir werden den Druck auf die Politik erhöhen und darauf drängen, dass die Menschen direkt mitentscheiden können für ein Stuttgart, das Stuttgart21 nicht nötig hat.

Der Bauzaun des Stuttgarter Bahnhofsgeländes wurde geöffnet und das Gelände besetzt. Die Besetzung kann über eine in der Nähe aufgestellte Webcam live mitverfolgt werden (via Ingo Stützle).

Stuttgart21

Heute fand die bislang größte Demonstration gegen das Stuttgart21 – Projekt statt. Einen visuellen Eindruck gewinnt man hier.

Seit Monaten schon posaunen die Autokonzerne, die sich neuerdings gerne Premium-Unternehmen und Nobelautobauer nennen, vom “Ende der Krise” und den fabelhaften Verkaufszahlen insbesondere im Luxuswagensegment etwa in China, Indien und den USA. Die FR v.13.8. vermeldet  gar ein “kleines Wirtschaftswunder”, Spiegel-Online  vermeldet: “Deutsche Premium-Autobauer feiern Comeback“. Die SZ vermerkt: Weiterlesen …

um die Verfechter von Stuttgart21:  eine Expertise aus dem Umweltbundesamt empfiehlt ganz trocken, auf das Projekt zu verzichten. Die Studie ist zugänglich. Die Betreiber von Stgt21 sind es nicht.

nach dem Öl ist ein lesenswerter knapper Beitrag von Michael Müller, lange Jahre umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in der ZEIT vom 5.8.2010 überschrieben. Er knüpft offenbar an dem im A.M.K.-Blog besprochenen Band von Schindler/Held über Postfossile Mobilität an, teilt mit diesem freilich die merkwürdige Ausklammerung der Frage, wie man den machtpolitisch zu einer anderen Mobilität kommt. Folglich gibts dazu auch keine Antwort.

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